Künstler im Skulpturenpark

Tjorg Douglas Beer

„… is an outside sculpture …. A memorial to the Future. A small shell of hope fragily drifting lightly above the dangerous world`s waves.“

So begann der Textentwurf, den Tjorg Douglas Beer im Frühjahr 2014 anlässlich der biannual stattfindenden Ausstellung REMAP4 in Athen begonnen hat. Einer der Lebensmittelpunkte Tjorg Douglas Beers ist seit dem Jahr 2010 die griechische Hauptstadt. Unter dem damals schon spürbaren Eindruck von Krisen und kulturellen Konfrontationen hat Beer seitdem eine ganze Reihe von Arbeiten entwickelt, die sich mit diesem Themenfeld beschäftigen. Beer hat dort mit einem syrischen Keramiker zusammengearbeitet. Auch die Erfahrung in Griechenland zu sein während eines immer währenden, nicht endenden gesellschaftlichen Notstands und die geografische Lage Griechenlands an der Grenze zum Nahen und Mittleren Osten haben seine Werke beeinflusst. Beers Arbeiten sind geprägt durch die alltägliche Wahrnehmung. Sie sind aber weniger Abbilder der Realitäten, sondern vielmehr Entwürfe einer ganz eigenen Realität, welche aus Verschiebungen oder Kollagierungen gewisser Bilder, Erfahrungen oder Zusammenhänge neue, ambivalente Bilder, Kollagen oder Skulpturen schafft.

Die Skulptur Abracadabra Simsalabim ist eine solche Arbeit. Sie verbindet auf poetische Weise Assoziationen des Entstehungszusammenhanges, der die einerseits traurige, durch von Flucht und Krieg geprägte Idee mit einer utopischen Leichtigkeit der Märchenwelt aus 1001 Nacht verbindet. Die drei Figuren auf dem Fliegenden Teppich sind fremdartig gekleidet. Es entsteht der Eindruck als käme die Gruppe auf dem Teppich von irgendwo aus der Fremde geflogen. Sie tragen rockartige Beinkleider, im Vordergrund sehen wir mittig eine Figur im Schneider- oder Yogasitz mit meditativ erhobenen Armen, während die Eine etwas trotzig den Fuckfinger zeigt und die Andere den rechten Arm wie zum Aufbruch nach vorne streckt.

Jardin d’Espoir ist eine zweite Arbeit für den Gerisch Skulpturenpark, die Beer in Zusammenarbeit mit Brigitte Gerisch entwickelt hat. Ausgehend von flachen Keramikgesichtern ist die Idee einer Wandarbeit aus Keramik entstanden. Die Gesichter haben in etwa die Form einer Pizza. Die Kopfoberfläche zeigt Abdrücke von Sprühdosenaufsätzen oder Teilen einer Plastikseifenblasenmaschine – Dinge aus dem Künstleratelier. Köpfe wie diese sind das Ergebnis aus Beers Arbeit mit Keramikfiguren in den letzten Jahren. Es geht hierbei nicht mehr um eine menschliche Abbildung. Das Wandbild orientiert sich an kindlichen Dekorationen in Kindergärten oder Schulen, einer alternativen Kultur. Es zeigt drei etwas verlorene pflanzenähnliche Figuren mit grossen Köpfen. Der Titel Jardin d’Espoir stellt einen Bezug zum Garten des Gerisch Skulpturenparks her und verleiht dem Wandbild eine utopistische Note.