Villa

Die Geschichte des Hauses

Eleganz und Tradition – 100 Jahre Villa Wachholtz

Die Villa Wachholtz wurde im Jahre 1903 von dem Buntpapierfabrikanten Paul Ströhmer nach Entwürfen des Kirchenbaumeisters Hans Schnittger errichtet. Das Jugendstilgebäude gehört zu den herausragenden Villenarchitekturen der Stadt Neumünster, an der sich der wirtschaftliche Aufstieg einer norddeutschen Industriestadt, die lange Zeit den Ruf eines „Manchesters Norddeutschlands“ genießen durfte, ablesen lässt. 1924 ging die Villa in den Besitz des Verlegers Karl Wachholtz über, dem Neffen des Erbauers Paul Ströhmer.

Der Stifter Herbert Gerisch errichtete 1967 auf dem Nachbargrundstück ein modernes und repräsentatives Wohnhaus im typischen Villenstil der 1960er Jahre. Im ehemaligen Schwimmbadtrakt befindet sich heute die Gerisch-Galerie. Die Gründung der Gerisch-Stiftung legte die Erweiterung des Privatgrundstückes um das Areal der benachbarten Villa Wachholtz nahe.

2004 übertrug die Stadt Neumünster der Herbert-Gerisch-Stiftung die zu dem  Zeitpunkt stark sanierungsbedürftige Villa Wachholtz in Form einer Zustiftung. Nun können beide Grundstücke durch die Stiftung zum Gerisch-Skulpturenpark zusammengefügt werden.

Nach der Restaurierung durch die Gerisch-Stiftung in den Jahren 2006 und 2007 bietet die historische, 700 qm große Villa Raum für Wechselausstellungen zeitgenössischer Malerei, Grafik, Fotografie, Skulptur und Videokunst. Neben einem Museumsshop lädt auch ein Bistro-Café mit Gartenterrasse zum Verweilen ein.

Harry Maasz Landschaftsgarten

Juwel der Gartenbaukunst

Infolge unterschiedlicher Nutzungen war der historische, zwischenzeitlich vollständig verwilderte Garten während der vergangenen Jahrzehnte aus dem Bewusstsein der Neumünsteraner verschwunden. Nun wird er nach 60 Jahren zur Eröffnung des Parks erstmalig wieder in seiner ursprünglichen Ausprägung von 1925 zu erleben sein: Ein stimmungsvolles Gartenkunstwerk des frühen zwanzigsten Jahrhunderts mit  rahmenden Baumalleen, sich öffnenden grünen Räumen, Natursteinmauern und expressiv anmutenden Beeten. Harry Maasz gehörte neben Leberecht Migge, Alfred Lichtwark und Fritz Schumacher zu den führenden Vertretern der Gartenkunstreform.

In seinem 1926 erschienenen Buch „Kleine und große Gärten“ beschreibt er die Umgestaltung des Gartens der Wachholtzschen Villa in Neumünster. Als freiberuflicher Gartengestalter der ersten Generation begriff Maasz den so genannten Reformgarten nicht als Ausschnitt, sondern als Bestandteil der vorgefundenen Landschaft. Die Verschmelzung von Garten und Landschaft war ihm ebenso wichtig wie der Übergang von Wohngebäude, Gartenlandschaft und umgebender Naturlandschaft.