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27.04.2014 - 19.10.2014
Yinka Shonibare MBE
Cannonball Paradise
  • Adam and Eve, 2013. Copyright the artist. Courtesy the artist, Stephen Friedman Gallery, London and Blain|Southern, Berlin.
  • Self Portrait (after Warhol) 5, 2013. Copyright the artist. Courtesy the artist and Stephen Friedman Gallery, London.
  • Girl on Globe 4, 2011. Copyright the artist. Courtesy the artist, Blain|Southern, Berlin and Stephen Friedman Gallery, London.
  • Planets in My Head, Music, 2012. Copyright the artist. Courtesy the artist and Stephen Friedman Gallery, London.
  • Willy Loman: Thee Rise and Fall (Paradise), 2009. Copyright the artist. Courtesy the artist and Stephen Friedman Gallery, London

 

Ende April eröffnet die Herbert Gerisch-Stiftung eine große Werkschau von Yinka Shonibare MBE (*1962). Unter dem Titel „Cannonball Paradise“ wird sein Werk damit erstmalig mit einer umfassenden Einzelausstellung in Deutschland gezeigt - mit etwa 20 Installationen, Fotoarbeiten und Videos. Spätestens mit seiner Teilnahme an der documenta 11 (2002) gelang dem in Nigeria aufgewachsenen, heute in London lebenden Künstler der internationale Durchbruch. Weitere größere Einzelausstellungen folgten, unter anderem im Yorkshire Sculpturepark, im Museum of Contemporary Art Sydney oder in der Londoner Tate Britain.
Charakteristisch für Shonibares Werk sind Figuren, die in barock anmutenden Kostümen aus Waxprint-Stoffen gekleidet sind. Ihre farbig-ornamentalen Muster erwecken Vorstellungen von afrikanischer Exotik. Provokant positioniert, zeichnen diese oft kopflosen Figuren ein bizarres Bild, aus dem das Spiel des Künstlers mit stereotypen Vorstellungen von Rasse, Klasse und Kultur spricht. Doch wäre es zu kurz gefasst, die künstlerische Arbeit Shonibares allein auf die kritische Fragestellung postkolonialer Geschichtsreflektion zu reduzieren. Seine Werke sind ebenso von einer humorvollen Attraktivität und schillernden Erzählfreude gezeichnet. Bunte Stoffkugeln fliegen aus Kanonenrohren, eine kopflose Eva verführt in einem farbig gemusterten afrikanesken Kostüm ihren Adam. Diese Doppelung bewusster Lebensfreude mit selbstkritischer Auseinandersetzung der Afrika und Europa verbindenden Geschichte verleiht Shonibares Werk eine faszinierende Attraktivität.
Mit Yinka Shonibare MBE lädt die Herbert Gerisch-Stiftung zum zweiten Mal nach Romuald Hazoumè (2011) einen Künstler mit afrikanischen Wurzeln ein. Und wie Hazoumè wurde auch Shonibare gebeten, Paradiesvorstellungen afrikanischer Provenienz in Form einer großen Einzelausstellung umzusetzen. Den Hintergrund dafür liefert der auf arkadisch-idyllische Tradition zurückgehende Landschaftspark der Stiftung. Deutlich wird dies anhand der schillernd farbigen „Wind-Sculpture“, mit der Shonibare im Skulpturenpark der Gerisch-Stiftung – extra für diese Ausstellung produziert - einen 6 Meter hohen Akzent setzt: Als ob ein riesiges Waxprint-Tuch über die Wiese weht! Jener Tuchstoff, der in vielen Arbeiten von Yinka Shonibare als Symbol für Afrika thematisiert wird und ohne koloniale Geschichte nicht verständlich wäre. Politisch-kulturelle Wirklichkeiten vor dem Hintergrund paradiesischer Folien werden damit mehrschichtig gebrochen, reflektiert und aktualisiert.

Ende April eröffnet die Herbert Gerisch-Stiftung eine große Werkschau von Yinka Shonibare MBE (*1962). Unter dem Titel „Cannonball Paradise“ wird sein Werk damit erstmalig mit einer umfassenden Einzelausstellung in Deutschland gezeigt – mit etwa 20 Installationen, Fotoarbeiten und Videos. Spätestens mit seiner Teilnahme an der documenta 11 (2002) gelang dem in Nigeria aufgewachsenen, heute in London lebenden Künstler der internationale Durchbruch. Weitere größere Einzelausstellungen folgten, unter anderem im Yorkshire Sculpturepark, im Museum of Contemporary Art Sydney oder in der Londoner Tate Britain.

Charakteristisch für Shonibares Werk sind Figuren, die in barock anmutenden Kostümen aus Waxprint-Stoffen gekleidet sind. Ihre farbig-ornamentalen Muster erwecken Vorstellungen von afrikanischer Exotik. Provokant positioniert, zeichnen diese oft kopflosen Figuren ein bizarres Bild, aus dem das Spiel des Künstlers mit stereotypen Vorstellungen von Rasse, Klasse und Kultur spricht. Doch wäre es zu kurz gefasst, die künstlerische Arbeit Shonibares allein auf die kritische Fragestellung postkolonialer Geschichtsreflektion zu reduzieren. Seine Werke sind ebenso von einer humorvollen Attraktivität und schillernden Erzählfreude gezeichnet. Bunte Stoffkugeln fliegen aus Kanonenrohren, eine kopflose Eva verführt in einem farbig gemusterten afrikanesken Kostüm ihren Adam. Diese Doppelung bewusster Lebensfreude mit selbstkritischer Auseinandersetzung der Afrika und Europa verbindenden Geschichte verleiht Shonibares Werk eine faszinierende Attraktivität.

Mit Yinka Shonibare MBE lädt die Herbert Gerisch-Stiftung zum zweiten Mal nach Romuald Hazoumè (2011) einen Künstler mit afrikanischen Wurzeln ein. Und wie Hazoumè wurde auch Shonibare gebeten, Paradiesvorstellungen afrikanischer Provenienz in Form einer großen Einzelausstellung umzusetzen. Den Hintergrund dafür liefert der auf arkadisch-idyllische Tradition zurückgehende Landschaftspark der Stiftung. Deutlich wird dies anhand der schillernd farbigen „Wind-Sculpture“, mit der Shonibare im Skulpturenpark der Gerisch-Stiftung – extra für diese Ausstellung produziert - einen 6 Meter hohen Akzent setzt: Als ob ein riesiges Waxprint-Tuch über die Wiese weht! Jener Tuchstoff, der in vielen Arbeiten von Yinka Shonibare als Symbol für Afrika thematisiert wird und ohne koloniale Geschichte nicht verständlich wäre. Politisch-kulturelle Wirklichkeiten vor dem Hintergrund paradiesischer Folien werden damit mehrschichtig gebrochen, reflektiert und aktualisiert.